IGNM-Sektion Wien

Konzerte und Projekte 2021

I Club Radiokoje

26. Juni 2021 l Kongressbad Wien

2021 wird die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Verein czirp czirp im vergangenen Jahr fortgesetzt: Das Projekt Club Radiokoje im Wiener Kongressbad in Ottakring soll eine Serie von Konzerten experimenteller elektronischer Musik, Sound Installationen, Tanzveranstaltungen und DJ-Lineup realisiert werden, um einem breiten Publikum das Zwitschern, Brummen und Klingen von KünstlerInnen, die mit Sound und elektronischer Musik arbeiten, zugänglich zu machen. Damit knüpft man nicht nur geschichtlich an die regelmäßigen gesellschaftlichen und kulturellen Events im Kongressbad an, sondern greift den musikgeschichtlichen Kontext der (Under)Water Musics und die klanglichen Materialversuche des 20. Jahrhunderts auf.

Die Musikgeschichte kennt einige Beispiele, bei denen der Swimming Pool als Aufführungsort und Kompositionsmittel umfunktioniert wurden. So beschäftigt sich z.B. der französische Komponist Michel Redolfi seit den 1980er Jahren mit dem Format der Underwater Music. Zahlreiche Kompositionen – allen voran John Cages Water Music (1952) oder Yoko Onos We Are All Water (1972/2006) – greifen das Element Wasser, bisweilen auch Momente der daran angeknüpften Badekultur auf. Künstlerische Interventionen am und im Wasser setzen diese Tradition fort. Der Pool als Erholungsort und gesellschaftlicher Treffpunkt ist zudem eine attraktive Tanzlocation. Dies möchtet czirp czirp in den folgenden Jahren weiter erkunden und Programme gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern, Badegästen und Bademeistern gestalten.

Unter den KünstlerInnen für 2021 sind: Astrid Sonne (DK), Alois Yang (TW/FR), Wechselstrom (AT), Alex Zehetbauer (AT) & Christian Schröder (AT) + Weibliche DJ aus Wien (tba) http://www.czirpczirp.cc/  

II Max Brand Synthesizer – Workshop

Frühling 2021 l Langenzersdorfer Museum

Die IGNM plant in Zusammenarbeit mit dem IMA (Institut für Medienarchäologie) einen Workshop zum „Max Brand Synthesizer“, um KomponistInnen die Gelegenheit zu bieten, sich intensiv mit den Möglichkeiten dieses Instrumentes auseinandersetzen zu können.

Mittels eines internationalen Calls sollen interessierte KomponistInnen in Österreich und ganz Europa erreicht werden, Ergebnisse des Workshops sollen nach Möglichkeit in den darauffolgenden Saisonen präsentiert werden.

Den Workshop wird Gregor Ladenhauf vom IMA leiten.

Als Zeitpunkt und Ort des Workshops wurde das LEMU (Langenzersdorfer Museum) im April 2021 ausgewählt, da sich hier auch das umfangreiche Max Brand Archiv und der Max Brand Synthesizer befinden.

http://www.lemu.at/     https://ima.or.at/en/

III Self-Portraits in Imaginary Places

September 2021 l Off Theater

In Kooperation mit der NOW! Oper der Gegenwart

 

Self-Portraits in Imaginary Places ist ein szenisches Musikwerk für 8 MusikerInnen, Tänzerin, Elektronik und Licht. Das Werk wird für folgende Besetzung komponiert: Flöte(n), Bassklarinette, Klavier, Gesang, E-Gitarre, Violine, Viola, Violoncello, Elektronik. Die Dauer des Werkes wird 50 bis 60 Minuten in Anspruch nehmen.

In diesem Werk werden Orte dargestellt wobei ein Ort kein materieller, geografischer Ort sein muss – es kann auch ein metaphysischer Ort sein, mit dem Bedeutungen, Gefühle, Träume und bestimmte symbolische Werte Verbunden sind. Die zentrale Idee dieses neuen Werkes ist, ein abstraktes, szenisches Musikwerk hervorzubringen, bei dem Klang, die Gesten der Musiker, zeitgenössischer Tanz und Licht als Hauptelemente eingesetzt werden. Die imaginären Orte werden daher –  das heißt eine Reihe unterschiedlicher und kontrastierender Szenen – durch das komplexe Wechselspiel zwischen unterschiedlichen Erscheinungsformen der eingesetzten Medien, wie z.B. Klang / Stille, Spannung / Entspannung, Bewegung / Bewegungslosigkeit, Licht / Dunkelheit, Melodie / Geräusch, geschaffen. Beispielsweise werden performative Elemente, wie bestimmte Gesten und Bewegungen der MusikerInnen, den Klang durch visuelle Anreize verstärken. Auf diese Weise wird trotz des Fehlens eines bestimmten Plots ein stark dramatischer Effekt hervorgebracht.

Erwähnenswert ist auch der Charakter des Arbeitsprozesses – das Projekt wird eine Kollaboration sein und das Werk werden wir als ein kreatives Team in enger Zusammenarbeit mit allen beteiligten hervorbringen. Darüber hinaus wird die intensive Probezeit vor der Premiere eine entscheidende Rolle spielen, da das Stück in dieser Zeit seine wahre Form annehmen wird. Das Werk wird also einen starken Werkstattcharakter haben.

KünstlerInnen

Aleksandra Bajde | Komposition, Stimme, Konzept

Isabella Forciniti (IR/AT) | Elektronik

Lili M. Rampre (SI/BE) | Choreografie/Tanz

Jan Wagner (AT) | Lichtdesign

Schallfeld Ensemble

IV An Elemental Thing 

Die im Jahr 2020 begonnene IGNM Reihe „acoustic music project“ soll aufgrund des großen Interesses von Komponierenden und Publikum und des inhaltlich weiten Feldes auch weiterhin fortgeführt werden. Im Jahr 2021 wird in diesem Kontext das Projekt An Elemental Thing stattfinden, ein zukunftsweisendes Konzept des Schlagwerkers Manuel Alcaraz Clemente. Er beschreibt sein Projekt folgendermaßen: An Elemental Thing 

“Simplicity is the ultimate Sophistication” (Leonardo Da Vinci)

An Elemental Thing proposes a program with a clean, lucid and intelligible setting on stage, containing pieces that follow a similar line: the brilliant compositional and musical exploration of a single body.

       Es geht also um die größtmögliche Vielfalt bei größtmöglicher Reduktion, ein für Publikum, InterpretInnen und KomponistInnen gleichermaßen reizvolles wie herausforderndes Thema mit vielen zukunftsweisenden Aspekten für die aktuelle „analoge“ respektive akustische Solo- und Kammermusik. Neben bereits existierenden exemplarischen Werken junger Komponierender (Diego Jiménez Tamame, Wojtek Blecharz, Panayiotis Kokoras, Liza Lim) werden in dieser Reihe auch neue Kompositionen von Mitgliedern der IGNM Österreich und anderer internationaler Sektionen der ISCM zu hören sein. Der internationale Call dazu wird im Jänner 2020 ausgeschrieben. (Ausblick auf 2022 und 2023 in der Reihe „acoustic music project”: Ensemble catch und curious chamber players)

 

V U 92

September 2021 l Konzerte in Graz & Wien

U92 ist ein Projekt mit Tanz und Multimediakunst, das den chemischen Prozess des Uraniumzerfalls zur Grundlage hat und in Synthese von Klangkunst, Tanz und audiovisuellen Medien eindringlich erfahrbar macht. Damit will das Projekt auch auf die Auswirkungen der Uraniumnutzung auf das Leben der Erde aufmerksam machen. Unsere Gesellschaft nutzt dieses vielfältige Element mit guten Absichten (z.B. Nuklearmedizin), missbraucht es aber auch zur Machtdemonstration – in gefährliches Spiel, da diese unerschöpfliche Energiequelle nicht so kontrollierbar ist, wie wir uns das gerne vorstellen. Sorglos produzieren wir Energie in Kernreaktoren. Atommüll ist ein gefährliches Nebenprodukt für Lebensformen, Umwelt und hat teilweise eine Halbwertszeit von mehreren Millionen Jahren. Wir wollen das Bewusstsein der Menschen schärfen um den Energieverbrauch zu verringern und gezielter Ressourcen zu verbrauchen.

Der künstlerische Ansatz basiert zunächst auf der Zerfallskette von Uran: diese bezieht sich auf eine Reihe radioaktiver Zerfälle verschiedener radioaktiver Produkte – eine Transformationsreihe. Dieser Vorgang wird fortgesetzt, bis ein stabiles Isotop erreicht ist. Die dafür benötigte Zeit kann stark variieren (von Sekunden bis zu Tausenden von Jahren). Der Zerfall jedes einzelnen Atoms erfolgt spontan. Die Halbwertszeit ist eine der Eigenschaften eines Isotops. Auch die Umwandlung in ein anderes Element hängt vom Alpha- und Beta-Zerfall ab - Abhängig vom jeweiligen Prozentsatz des Zerfallsmodus kann beispielsweise Actinium in Thorium oder Francium übergehen. Diese Zufälle, dargestellt durch einen speziell entwickelten Algorithmus, steuern unseren kreativen interaktiven Prozess. Insgesamt sollte dieser Algorithmus der Hauptstrukturvektor sein, der durch die Leistung und ihre Zusammensetzung führt. Die Multimedia-Beziehung basiert auf dem Tanz-Sound-Video mit konstanter Schleife. Ein für dieses Stück entwickelte Algorithmus steuert und verändert die Geschwindigkeit der Zeit, welcher die Interaktionsregeln zwischen Tanz, Musik und Visuals beeinflusst – ein Art Spiel. Die Multimediakünstlerin/ Komponistin und die Tänzerin sind gleichberechtigte Teilnehmer – der Ablauf am Computer kann als Kontrolleur gesehen werden. Die Tänzerin hat auch einen Game / MIDI-Controller, der den Controller des Komponisten und dann die gesamte Ton- / Videoausgabe beeinflusst. Aufgrund dieser Vorgänge wird sich das Programm am Computer jedes Mal eine andere mögliche Kettenreaktion entscheiden.

Konzept: Alisa Kobzar

VI Junge Musik

Ende Oktober/November 2021 l Wien Modern l MUMOK

Die IGNM plant 2021 eine Weiterführung des erfolgreichen Musikvermittlungsprojekts Junge Musik. Das Konzert Junge Musik ist eine Zusammenarbeit der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM) mit den Musikschulen der Stadt Wien und der Johann Sebastian Bach Musikschule Wien mit dem Ziel, junge Menschen aktiv mit aktueller Musik in Berührung zu bringen. Dabei werden auch die Komponierenden, soweit das möglich ist, in die Konzertvorbereitungen einbezogen. Unterstützend begleitet wird das Projekt vom Klangforum Wien. Das Konzert findet seit einigen Jahren im Rahmen des Festivals Wien Modern statt und erreicht somit auch eine breite Öffentlichkeit. Eine zweite Veranstaltung im Rahmen einer „Matinee petite“ im MUMOK führt zu genreübergreifenden musikalisch-bildnerischen Performances und soll ebenfalls beibehalten werden. Organisatorisch betreut wird Junge Musik für die IGNM von der Flötistin Cordula Bösze und vonseiten der Musikschule Wien von Dr. Michael Weber, Vizeleiter. Die für 2020 geplante Aufführung einer Komposition von Andreas Lindenbaum musste aufgrund der derzeit geltenden strengen Bestimmungen für große Besetzungen auf 2021 verschoben werden.

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Konzerte und Projekte 2020

I Junge Musik

Die IGNM plant 2020 eine Weiterführung des erfolgreichen Musikvermittlungsprojekts Junge Musik in Kooperation mit der Musikschule Wien und der Johann Sebastian Bach Musikschule Wien. Die Initiative sorgt für Konzerte, in denen SchülerInnen neue Werke spielen, die teilweise speziell für sie oder sogar mit ihnen gemeinsam komponiert wurden, um junge Musizierende in Kontakt mit aktueller Musik zu bringen. Unterstützend begleitet wird das Projekt vom Klangforum Wien. Für das Jahr 2020 wird der Komponist und Cellist Andreas Lindenbaum ein größer besetztes Stück vorbereiten. Wie in den vergangenen Jahren wird im Herbst 2020 ein Konzert im Rahmen von Wien Modern stattfinden.

II aNOther Festival

Das Festival findet seit 2010 als Projekt der IGNM Österreich jährlich statt und zeichnete sich immer schon durch extreme Vielfalt der Genres und in der Folge auch der Kunstsparten aus. Der kuratorische Zugang, bildet gedankliche Brücken und verbindet künstlerische Arbeit mit gesellschaftlich aktuellen Fragen und Lebensphilosophien. Thematische Schwerpunkte bis jetzt waren z.B. Migration, Umweltzerstörung, Minderheiten und Globalisierung. Darüber hinaus ging es stets auch darum, die vielen unterschiedlichen Szenen des "nicht-so-sehr-etablierten" Musik- und Kunstschaffens in dieser Stadt zu verbinden und zu vernetzen, gesellschaftliche Minoritäten ins Bewusstsein zu bringen. Für 2020 sind Kooperationen mit dem Institut für Komposition, Elektroakustik und TonmeisterInnen-Ausbildung der Universtität für Musik und darstellende Kunst Wien in Vorbereitung, sowie mit Studio Acht, Taipei. Erstere wird es ermöglichen, im Klangtheater des neu gebauten „future art lab“ einen Aufführungsort zu haben. Die Kooperation mit Studio Acht wird es ermöglichen, mit KomponistInnen und MusikerInnen aus Taiwan zusammen zu arbeiten und eine Brücke zwischen Ost und West zu spannen. Das Festival ist voraussichtlich im Mai 2020 geplant. Die Kuratoren sind Johannes Kretz und Wei–Ya Lin.

III Club Radiokoje

2020 wird die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Verein Czirp Czirp im vergangenen Jahr fortgesetzt: Das Projekt Club Radiokoje im Wiener Kongressbad in Ottakring soll eine Serie von Konzerten experimenteller elektronischer Musik, Sound Installationen und DJ-Lineup realisiert werden, um einem breiten Publikum das Zwitschern, Brummen und Klingen von KünstlerInnen, die mit Sound und elektronischer Musik arbeiten, zugänglich zu machen. Damit knüpft man nicht nur geschichtlich an die regelmäßigen gesellschaftlichen und kulturellen Events im Kongressbad an, sondern greift den musikgeschichtlichen Kontext der Water Music und die klanglichen Materialversuche des 20. Jahrhunderts wieder auf. Die Konzertprogramme wird aus den Werken bestehen, die beim vom Verein Czirp Czirp organisierten Aufruf für Projekte ausgewählt werden. Termin der Veranstaltung: Juni 2020. 

 

 

IV Offenes Kammermusikprojekt

Dieses Projekt soll den Fokus explizit auf aktuelle Tendenzen der „geschriebenen" (komponierten & verschriftlichten) Musik richten. Zum einen sollen dabei Werke von österreichischen und internationalen KomponistInnen präsentiert werden, die in den letzten Jahren für die jährlich stattfindenden weltumspannenden World New Musik Days (WNMD) der IGNM/ISCM ausgewählt wurden; zum anderen werden mittels eines Calls die über 400 Mitglieder der IGNM Österreich eingebunden, um Werke einzureichen. Für 2020 sind unter diesem Motto zwei Konzerttage geplant (aktueller Stand: April und September), kuratiert und zusammengestellt werden die Programme von einem noch zu bestimmenden Team.

V airborne extended

Neben der „Jungen Musik“ ist das Masterclass & Konzertprojekt des Ensemble „airborne extended“ ein weiteres bereits mehrere Jahre hindurch stattfindendes Musikvermittlungsprojekt der IGNM Österreich. Es findet jeweils in Zusammenarbeit mit internationalen Kooperationspartnern statt. airborne extended ist ein 2013 gegründetes, international tätiges Ensemble für Neue Musik in der Besetzung Blockflöte & Paetzold, Querflöte, Harfe und Cembalo, mit und ohne Elektronik & Performance. Die Planungen für das Jahr 2020:13.-20.1.2020:  Konferenz,  Masterclass und CD-Aufnahme an der Bar Ilan Universität Tel Aviv, Konzerte und Masterclasses in Jerusalem, und Haifa. Neben neu entstandenen Werken lokaler KomponistInnen und Studierender sollen auch Werke österreichischer KomponistInnen aufgeführt werden. 14.-20.4.2020.: Masterclasses und Konzerte mit Schwerpunkt Live-Elektronik am CMMAS Morelia und NICO Mexiko City. Mai 2020: Kooperationsprojekt mit der MDW Wien. 

VI comprovise #3

Kernidee des Festivals comprovise | Festival für zeitgenössische improvisierte und komponierte Musik  ist die gleichwertig ausbalancierte Präsentation zeitgenössischer komponierter und improvisierter Kunstmusik. Ziel ist, neben der Gegenüberstellung von Reinformen vielfältige Verbindungen, Wechselwirkungen wie gegenseitige Einflüsse von Improvisation und Komposition aufzuzeigen. Dies wird zudem in Vortrag, Podium, Gesprächen und Werkeinführungen reflektiert. Das Festival ist im November 2020 geplant. Das Kuratorenteam besteht aus Tiziana Bertoncini, Thomas Lehn, Dr. Nina Polaschegg und Bruno Strobl.

IGNM-Wien

Mag. Sonja Leipold

E-Mail: office@ignm.at